Facebook: Syphilis-Ausbreitung durch soziale Online-Netzwerke?

© andynahman/Flickr

Eine zunehmende Ausbreitung der Geschlechtskrankheit Syphilis könnte in Zusammenhang mit sozialen Online-Netzwerke wie zum Beispiel Facebook stehen. Das haben zumindest britische Gesundheitswissenschaftler gegenüber der britischen Zeitung “Telegraph” behauptet.

Die neue Erkenntnis basiert auf den vermehrt auftretenden Syphilis-Fällen in den Regionen, in denen Facebook oder andere Seiten besonders populär sind. Vor allem junge Frauen sollen betroffen sein.

Deutlich gestiegene Syphilis-Zahlen wurden in Sunderland, Durham und Tesside registriert. In diesen Gebieten sind junge Menschen mit einer 25-prozentig höheren Wahrscheinlichkeit in sozialen Netzwerken aktiv als im Rest des Landes. Der Zusammenhang von Community und der Ausbreitung der Krankheit ist einfach: In den Netzwerken ist es besonders einfach, neue Sexualpartner kennen zu lernen.

Syphilis wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Im normalen Verlauf erscheint drei bis vier Wochen nach der Ansteckung an der Stelle, wo die Bakterien in die Haut oder Schleimhaut eingedrungen sind, ein schmerzloses Geschwür. Es ist gerötet und sondert eine farblose Flüssigkeit ab. Da diese viele Erreger enthält, ist sie äußerst ansteckend. Nach acht Wochen kommt es zu grippeartigen Beschwerden und die Lymphknoten am ganzen Körper schwellen an. Weitere zwei Wochen später erscheint bei den meisten Betroffenen ein Hautausschlag, der sich, wenn die einzelnen Flecken nässen, fortsetzt.

Nach ungefähr vier Monaten heilen die Hauterscheinungen ab und die Erkrankung legt oberflächlich für Jahre eine Pause ein. Doch im Inneren arbeitet der Erreger weiter, so dass nach drei bis fünf Jahren alle Lymphknoten und die inneren Organe samt Blut- und Luftwegen sowie Knochen und Muskeln von ihm befallen sind. Es bilden sich Knoten im Gewebe und auf der Haut mitunter große Geschwüre. Brechen die Knoten auf, zerstören sie das umliegende Gewebe. Zu diesem Zeitpunkt ist der Erreger nicht mehr nachweisbar, das heißt, wer erst jetzt zum Arzt geht, wird die Ursache wahrscheinlich nicht mehr in Erfahrung bringen können. Ohne Behandlung erkranken nach gut 15 Jahren rund 25 Prozent der Betroffenen an chronischer Hirnentzündung, die zu Demenz führt. Bei weiteren zehn Prozent der Syphilis-Erkrankten kommt es zu schweren neurologischen Störungen. Doch so weit muss es nicht kommen, denn in der frühen Phase kann Syphilis bereits durch die einmalige Gabe von Penicillin geheilt werden. Bei Penicillin-Allergikern werden andere Antibiotika eingesetzt. mp/sta

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